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Liquidität per Factoring

Handelsblatt: Management im Mittelstand
Liquidität per Factoring

Neuss, 20.05.2009

Die Zahlungsmoral unter Firmen hat sich seit Ausbruch der Krise deutlich verschlechtert, zeigen aktuelle Studien des Creditreform Verbands. Darunter leiden besonders unternehmensnahe Dienstleister wie Großhändler, Investitionsgüterhersteller, Speditionen oder Leasingfirmen – aber eben auch Werbeagenturen. Und wenn Kunden nicht zahlen, kommen Dienstleister und Lieferanten schnell selbst in Schwierigkeiten. „

Früher bekamen Unternehmen im Notfall vielleicht noch kurzfristig einen Kredit, oder die Bank gewährte eine Überziehung, um Zahlungsausfälle zu überbrücken. Darauf können sich Unternehmen jetzt nicht mehr verlassen“, sagt Monika Loock-Weber, Geschäftsführerin der Postbank Factoring GmbH. Dann fehlen womöglich flüssige Mittel zur Zwischenfinanzierung, für Investitionen und laufende Rechnungen. Die Banken werden misstrauisch, auch fest vereinbarte Anschlussfinanzierungen wackeln plötzlich. Die Finanzierungsexpertin warnt vor gefährlichen Dominoeffekten: „Einige unstabile Kunden reichen aus, um auch eigentlich gut aufgestellte Unternehmen mit in die Zahlungsunfähigkeit zu reißen.“

Auch für Gründer Bernd Schürenberg war Factoring die Lösung. Der Unternehmer und seine Kompagnons entschieden sich, ausstehenden Forderungen an die Crefo Factoring Rhein Ruhr GmbH abzutreten. Der Finanzdienstleister, ein Factoring Institut, kauft Forderungen an, zahlt 80 bis 90 Prozent der Rechnungssumme innerhalb von zwei Tagen aus, und den Rest, sobald der Schuldner die Rechnung beglichen hat. Dafür zahlt Schürenberg eine Gebühr, abhängig vom Jahresumsatz. Und marktübliche Zinsen auf den Betrag, den der Factor vorgeschossen hat. Der Vorteil: Zahlungsausfälle sind kein Thema mehr. „Für jeden neuen Kunden teilen wir Mediabunt eine Bonitätsbeurteilung und ein entsprechendes Kreditlimit mit“, erläutert Crefo-Geschäftsführer Manfred Plachetka das Verfahren. „So ist bereits vor Vertragsschluss klar, ob der Kunde vertrauenswürdig ist.“ Weil die Factoringgesellschaft das Geld direkt überweist, können die Chefs der Medienagentur ihre eigenen Rechnungen früher bezahlen, ihre Kontokorrentlinie bei der Bank niedrig halten – und so sogar einen Teil der Factoring-Kosten wieder reinholen. Doch viele Unternehmen kommen viel zu spät, sagt der Experte: „Wenn bereits die ersten Kunden wackeln, die ersten Zahlungsausfälle drohen. Als letztes Mittel in der Not ist Factoring aber nicht geeignet.“

Und so boomt das Factoring: Offene Forderungen werden einfach an Spezialisten weiter verkauft. Für das vergangene Jahr meldet der Deutsche Factoring-Verband ein Wachstum der Branche um 24,35 Prozent.

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Herausgeber: Handelsblatt/ Verband der Vereine Creditreform e.V.

 


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